Ein Buch für eine Wuppertaler Legende

Verantwortliche und Angehörige bei der BuchpräsentationSie haben ihre Archive durchwühlt, mit Angehörigen gesprochen, Fotos in der ganzen Welt besorgt – und letztlich ein Buch geschrieben. Nicht irgendein Buch haben Peter Keller und Otto Krschak verfasst, sondern eines über Wuppertals wohl besten Fußballer: Horst Szymaniak. Dieses ist fast pünktlich zu „Schimmis“ erstem Todestag erschienen und zeichnet das Leben und die Karriere des Fußball-Nationalspielers und der WSV-Legende nach.

Es ist nicht einfach nur ein Buch, welches 250 zum Teil erstveröffentlichte Fotos von Horst Szymaniak enthält. Es ist eine Würdigung von Wuppertals wohl größtem Fußballer, den es bisher gegeben hat. Auch wenn Horst Szymaniak eigentlich ein gebürtiger Erkenschwicker war, die drei Jahre beim Wuppertaler SV in den 1950er Jahren haben ihn geprägt. Die WSV-Fans und viele Wuppertaler hingen an ihrem „Schimmi“, auch als er beim KSC, in Catania, bei Inter Mailand, oder in Chicago spielte. Und selbst nach seiner aktiven Zeit blieb er dem Tal verbunden – und die Wuppertaler liebten ihn weiterhin. Kein Wunder, dass er – obwohl er in Melle heimisch wurde – oft in Wuppertal zu Gast war. Und nicht nur, weil Szymaniaks Schwester Ilse Kinder hier noch heute wohnt.

Rund neun Monate haben der Chef des Wuppertaler Sport- und Bäderamtes, Peter Keller, sowie Fotograf und WSV-Sammler Otto Krschak ihre Archive durchsucht. „Wir finden zu Hause nichts mehr“, gab Keller im Rahmen der Buchpräsentation offen zu. Denn nicht nur in den eigenen Beständen wurde man fündig, kurzerhand organisierte man auch Fotos aus Catania oder den USA. Darüber hinaus standen auch zahlreiche Gespräche mit Angehörigen und Freunden von Horst Szymaniak auf dem Programm des Autorenduos. So schrieb Uwe Seeler etwa ein Grußwort und Erich Ribbeck, Dr. Hans Kremendahl, Max Lorenz, Hans Tilkowski und viele andere ihre Erinnerungen an den ehemaligen Fußball-Nationalspieler auf. Das Buch räumt nicht nur mit drei Falschaussagen über Horst Szymaniak auf, sondern ist eine umfassende und bebilderte Biografie des bescheidenen Weltstars, der 43 A-Länderspiele für Deutschland bestritt.

Selbst Szymaniaks Neffe Wolfgang verschlug es nach dem ersten Blick in das neue Buch die Sprache: „Wahnsinn“, brachte er nur hinaus und dankte den beiden Autoren bei der Buchvorstellung sichtlich bewegt. Horst Szymaniak – der übrigens nie als Bademeister tätig war – ist zwar nicht der einzige deutsche Nationalspieler aus Wuppertal, allerdings der Einzige, der das Nationalelfdress im Dienste des Wuppertaler SV überstreifte. Das Buch „Horst Szymaniak – Wuppertaler Fußball-Legende“ von Peter Keller und Otto Krschak ist im Sutton-Verlag erschienen (ISBN: 978-3-86680-656-6) und für 18,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

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Kommentare

      -jo-
      08.10.2010, 12.09 Uhr

      Einen glänzenden Aufstieg hatte Horst Szymaniak, mit Beinamen auch Schorse genannt, als Arbeiterkind und gelernter Bergmann. Schon als Schüler machte er auf den Erkenschwickern Straßen als außergewöhnliches Talent auf sich aufmerksam. Jule Ludorf formte ihn mit Bezug auf sein diszipliniertes Verhalten in ein mannschaftliches Gefüge. Seine langen Pässe, die zentimetergenau auf den Mann ankamen, überbrückten Räume, die in der Spielweise für einen modernen Fußball nötig sind. Sein erstes Geld neben seinem Bergmannslohn verdiente er als Vertragsspieler. In der II. Liga West kickte er für monatlich für 185 Mark bei der Spielvereinigung Erkenschwick. Der typische Straßenfußballer aus dem Ruhrgebiet wurde Nationalspieler. Sepp Herberger sah ihn als Nachfolger von Fritz Walter. Mit Helmut Schön kam das Ende für den hochbegabten Fußballer. Zwischen dem Dresdner Trainer und dem Talent aus dem Ruhrgebiet stimmte die Chemie nicht. Horst Szymaniak gehört zu den Auslandspionieren der Bundesliga. Nach Erkenschwick, Wuppertal (1955 bis 1959, 91 Spiele, 12 Tore) und Karlsruhe folgten: SC Catania, Inter Mailand, Varese, Tasmania Berlin, FC Biel und St. Louis Stars Chicago.

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