Jeder sechste WSW-Bus kommt zu früh

Der ÖPNV-Report von marzl liest sich im März 2009 nicht gutAuch wenn es die Werbung der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) auf dem nebenstehenden Foto versprechen mag, Zeit zum „Durchatmen“ haben die Fahrgäste der Busse im Tal im Monat März 2009 nicht gehabt. Denn wenn man pünktlich war und nicht mindestens – wie empfohlen – zwei Minuten früher an der Haltestelle stand, so konnte es durchaus häufig vorkommen, dass man „seinen“ Bus nur noch von hinten sehen konnte.

Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der dritte ÖPNV-Report von marzl, der stichprobenhaft die Abfahrtszeiten der Wuppertaler Busse überprüft. Im März 2009 beteiligten sich auch erstmals im Rahmen der zu Jahresbeginn gestarteten Testreihe zwei Wupperblogger an der Datenerhebung. So kamen deutlich mehr Abfahrtszeiten zusammen, die in eine letztlich sehr umfassendere Auswertung mit einflossen.

Das Erschreckende daran: Während weiterhin über 50 Prozent der Busse zu spät von ihren Haltestellen abfuhren, starteten „nur“ noch 32,1 Prozent pünktlich. Einen Monat zuvor waren jedoch noch über 40 Prozent der Busse pünktlich gewesen. Woran das lag? Ganz einfach: Unglaubliche 16,3 Prozent fuhren zu früh von den jeweiligen Einstiegshaltestellen ab (Vormonat: 4,8 Prozent). Ist das nun auf das Mehr an Daten zurückzuführen? An einzelnen Linien liegt es gewiss nicht, die zu frühen Abfahrtszeiten wurden auf fast allen Buslinien vermerkt.

Grund genug für uns vom wupperblog, den fleißigen marzl auch im April 2009 weiterhin zu unterstützen. Wir sind auf jeden Fall gespannt, ob sich dieser Trend bestätigen wird oder ob wieder mehr Busse pünktlich abfahren. Mit Schnee dürfte nach dem lange herbeigesehnten Frühlingsbeginn wohl nicht mehr zu rechnen sein. Alle genauen Daten zum ÖPNV-Report des Monats März 2009 sowie zahlreiche „Anekdoten“ und ausführliche Interpretationen gibt es wieder unter marzl-online.de.

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Kommentare

      Tim Polick
      28.04.2009, 21.11 Uhr

      Zwei Minuten früher an der Haltestelle – heute das erste Mal gehört. Dafür habe ich aber heute gelernt, dass es, mit ein bisschen Glück, ganz leicht sein kann, Vergessenes wiederzubekommen. Dafür würd ich sogar demnächst einmal meinen Bus verpassen können. 😉

      Bastian
      13.08.2009, 15.08 Uhr

      Wenn tatsächlich 16,3 Prozent der Busse zu früh fahren würden, dann würde es unumgänglich massenhaft Beschwerden geben und die Lokalzeitungen und vielleicht sogar das Fernsehen würden darüber berichten.

      Die 16,3 Prozent können einfach nur subjektiv sein und müssten sich auf vereinzelte Haltestellen beziehen. Andernfalls würde fast jeder betroffene Fahrgast dank Handy umgehend beim Busunternehmen anrufen und melden, dass der Bus zu früh fuhr. Schließlich besitzen 78,4 Prozent der Bundesbürger ein Mobiltelefon.

      Da es dann noch vor der planmäßigen Abfahrtszeit sein müsste, kann das Unternehmen über Funk den Standort des Busses abfragen. Der Fahrer bekäme dann „Ärger“ – und der Kunde dürfte sich kostenlos ein Taxi nehmen.

      Ganz abgesehen davon, habe ich mich zu meinen Zeiten als Fahrgast drei bis fünf Minuten vor der planmäßigen Abfahrt an der Haltestelle eingefunden. Schließlich wartet man auf den Bus und nicht umgekehrt.

      Busse können nur schwer exakt pünktlich sein. Sie haben mal mehr und mal weniger Fahrgäste. Mal gibt es Probleme (Diskussionen, Unfälle, Umleitungen, usw.) und mal steht man wegen hohem Verkehrsaufkommen an jeder Ampel zwei mal.
      Verfrühungen sind zu vermeiden und die Abfahrtszeiten an den Haltestellen gegebenenfalls abzuwarten.

      Selbst die (Eisen-)Bahn, die einen eigenen Bahnkörper zur Verfügung hat, hat nicht selten Verspätung. Und im Straßenpersonennahverkehr kommen noch etliche Ursachen hinzu.

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