16-Jähriger schon um 19 Uhr „alkoholisiert“

Es gibt Nachrichten, die lassen einen ziemlich kalt. Wenn Paris Hilton in das 5.782ste Fettnäpfchen tritt oder Boris Becker sich wieder einmal verlobt, dann kann man getrost darüber hinweglesen. Doch manche Nachrichten lassen einen stutzen, machen nachdenklich. Besonders dann, wenn man häufiger über einen gewissen Umstand oder über etwas sehr Erstaunliches liest. Wie im Polizeibericht der vergangenen Tage…

Da war zum Beispiel die Rede von zwei 16-Jährigen, die auf der Germanenstraße von einem 15-Jährigen mit dem Messer die Herausgabe des Handys erzwungen hatten (Link). Oder von zwei Jugendlichen, die einem 16-Jährigen in der Nähe der Schwebebahn-Haltestelle Adlerbrücke auflauerten, gewaltsam an eine Hauswand drückten, an die Beine traten und mit Handy und Geldbörse verschwanden (Link). Oder von einem Räubertrio im Alter zwischen 18 und 20 Jahren, das auf der Märkischen Straße einen 19-jährigen Pizzaboten überfiel (Link). Oder von zwei unbekannten Jugendlichen, die einen 17-Jährigen im Bereich Briller Straße / Bayreuther Straße gegen ein geparktes Auto stießen, festhielten und Handy, Portmonee und iPod erbeuteten (Link). Sowie von einem 19-Jährigen, der am Elberfelder Hofkamp von einem Unbekannten nach Zigaretten und Handy gefragt wurde, anschließend mehrere Schläge mit der Faust ins Gesicht bekam und letztlich nicht bestohlen wurde (Link).

Das waren nur einige Pressemitteilungen der Wuppertaler Polizei seit Dienstag, 24. März 2009. Innerhalb einer Woche waren also mehrfach Jugendliche auf den Straßen im Tal Opfer von Räubern. Oder jugendliche Täter sorgten für Angst und Schrecken unter ihren Altersgenossen. Haben die Halbstarken etwa „Frühlingsgefühle“ bekommen und mussten ihre über die Winterzeit versteckten Aggressionen an irgendwem auslassen?

Den „Vogel abgeschossen“ hatte jedoch ein 16-Jähriger in Oberbarmen. Der war am frühen Samstagabend, 28. März 2009, gegen 19.10 Uhr bereits alkoholisiert auf dem Berliner Platz unterwegs und hatte zwei 14-Jährige bedroht „und mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen“, wie es im Polizeibericht heißt. Mit den Handys der Jugendlichen machte er sich aus dem Staub – und konnte kurze Zeit später bereits durch die Polizei gestellt werden. Der 16-Jährige war seit Februar 2009 – also in knapp zwei Monaten – in schon 15 Fällen wegen Körperverletzung und verschiedener Raubdelikte den Ordnungshütern aufgefallen. Logisch, dass da der Haftrichter den „Intensivtäter“ in die Untersuchtungshaft schickte.

Das war sicher nur die Spitze des Eisbergs, aber wie weit soll es denn in der beschaulichen Provinz denn noch kommen? Wuppertal gehört neben Bielefeld zu den sichersten Städten Deutschlands. Wie lange noch?

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