Suche nach Bernsteinzimmer in Wuppertal

Für viel Aufsehen sorgte eine Meldung der Westdeutschen Zeitung (WZ) am 12. und 13. März 2009. Ein Forscher aus Sachsen suche an der Barmer Münzstraße nach dem legendären Bernsteinzimmer, ein Geschenk des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen im Jahr 1716. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges hatten im Herbst 1941 deutsche Soldaten das Zimmer demontiert und nach Königsberg (heute Kaliningrad) transportiert. Was im Anschluss daran geschah, ist bislang ungeklärt. Höchstwahrscheinlich ist aber nach der Meinung von Forschern, dass das legendäre Zimmer, von dem im Jahre 2003 anlässlich des 300-jährigen Stadtjubiläums von St. Petersburg (Russland) eine Rekonstruktion der Öffentlichkeit übergeben wurde, komplett zerstört wurde und möglicherweise verbrannt ist.

Umso erstaunlicher daher, dass der Forscher, der namentlich nicht genannt werden möchte, eine Spur des Bernsteinzimmers in Wuppertal vermutet. Der aus Wuppertal stammende Reichskommissar für die Ukraine und Gauleiter von Ostpreußen, Erich Koch, habe vor seiner Nazi-Karriere bei der Reichsbahn gelernt und daher das Zimmer von Königsberg nach Wuppertal transportieren lassen. Die Schienen an der Nordbahntrasse hätten direkt in den Keller des ehemaligen Genossenschaftsgebäude an der Münzstraße geführt, ein ideales Versteck also. Für möglich hält der Forscher aber auch die Lagerung im Scheetunnel, dessen zweite Röhre zugemauert ist, so der Forscher. Für beide Theorien können sich Fachleute und die Wuppertaler nicht besonders erwärmen. Allerdings auch nicht gänzlich ausschließen – und so hat Wuppertal kurzzeitig einen kleinen Mythos, der sich langsam zum Stadtgespräch mausert.

Und nicht nur das: Auch überregionale Medien sind auf diese Meldung der WZ aufmerksam geworden. Sowohl die Rheinische Post berichtete in ihrer Online-Ausgabe darüber, als auch die Schweizer 20 Minuten und die Nachrichtenagentur AFP. Den “Vogel abgeschossen” hat hingegen der Düsseldorfer Express. Dieser titelte von einer “Kunst-Sensation” und “Forscher: Bernsteinzimmer ist in Wuppertal”. Man sollte aber erstmal die Kirche im Dorf lassen: Ob das wirklich so ist, muss sich erst noch zeigen.

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Kommentare

      Klaus
      10.04.2009, 23.49 Uhr

      In der angeblich zugemauerten zweiten Röhre des Scheetunnels ist nichts.
      Die zweite Röhre ist von der ersten begehbar.

      Kleine
      01.12.2009, 18.29 Uhr

      Lesen Sie die Westdeutsche Zeitung vom 27.11.09 Lokales-Wuppertal

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