Neid und Missgunst statt Freude und Spaß

"De Zoch kütt" - aber wo blieb er denn?Karneval war noch nie ein besonderes Highlight in Wuppertal. Zwar gibt es hier zahlreiche Sitzungen und einen recht großen Rosensonntagszug, aber der Glanz, die Freude und der Spaß wie in den Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz fehlen. Zu viel durfte man daher auch in der Session 2008/09 nicht erwarten – doch mit dem alten Brauch, Karneval zu feiern, hatte das letztlich nur im Entferntesten noch etwas zu tun.

Jetzt am Aschermittwoch kann man ja mal ein Resümee ziehen: Besonders der Rosensonntagszug ließ einiges an Freude vermissen. War es die Finanzkrise, die den Wuppertalern so zusetzte? Kaum ein lachendes und fröhliches Gesicht wurde am Straßenrand gesehen. Vielmehr waren alle auf der Jagd nach “Kamelle”, ein lautstark gerufenes “Wuppdika” war kaum zu hören. Vielmehr wurden die Fußgruppen belagert, doch ein paar Süßigkeiten abzugeben. Auch den Jecken auf den Wagen wurde mit entsprechenden Rufen deutlich gemacht, weshalb man am Straßenrand stand. Nämlich nur, um seine mitgebrachte (Discounter-)Tüte mit möglichst vielen Süßigkeiten zu füllen. Selbst sozusagen persönlich überreichte Pralinenschachteln wurden fast noch aus den Händen der eigentlichen Empfänger gerissen. Neid und Missgunst bestimmten das Bild. Ist das das Abbild der heutigen Gesellschaft?

Und wenn bei der Schlüsselübergabe im Barmer Rathaus an das Prinzenpaar der Oberbürgermeister die anwesenden Narren auffordern muss, doch mal mitzumachen und auch mal freudestrahlend “Wuppdika” an den entsprechenden Stellen seiner Büttenrede zu rufen, dann kommen eigentlich nur zwei Schlüsse in Frage, weshalb das so ist? Wollen die Wuppertaler Jecken die politisch angehauchte Oberbürgermeister-Rede im Wahljahr 2009 gar nicht hören? Oder wollten sie selbst vor dem Rosensonntagszug – dem Höhepunkt der Session – nicht mehr feiern? Wussten sie gar, was auf sie zukommt? Von Wirtschaftskrise war beim “Zoch” hingegen nichts zu merken: Hier wurden tonnenweise “Kamelle” unter das Volk gebracht. Was anderes hatten die ja auch anscheinend nicht erwartet. Geiz ist anscheinend immer noch “geil”.

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Kommentare

      Frank
      25.02.2009, 23.58 Uhr

      Ich bin ja der Überzeugung Wuppertal und Karneval geht gar nicht. Der Wuppertaler an sich ist dafür überhaupt nicht gemacht.

      Marcus Müller
      26.02.2009, 17.13 Uhr

      Sonst haben sie sich aber wenigstens bemüht. In diesem Jahr war es aber bis auf einige wenige Ausnahmen fast schon eine Katastophe am Rande des Zuges.

      Jaycee
      26.02.2009, 17.23 Uhr

      plichte frank bei !
      wer wirklich feiern will muss leider nach düsseldorf oder köln – der wuppertaler-narr alleine ist nicht lustig und hier geht es eher auch von seiten der ausrichter um prestige und nicht so sehr um spass !

      Roman
      26.02.2009, 23.19 Uhr

      Der Wuppertaler ist viel zu depressiv, um Spass an Karneval zu haben und so ist auch die Stimmung auf der Karnevalsstrecke.Da hilft nur Speed. 😉

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