Ärzte demonstrierten gegen Honorarreform

Demonstration Wuppertaler Ärzte in der Elberfelder InnenstadtGegen die aktuelle Honorarreform im deutschen Gesundheitssystem gingen am Montagmittag, 16. Februar 2009, zahlreiche Ärzte in Wuppertal auf die Straße. Bei einer Demonstration vor den Elberfelder „City-Arkaden“ verteilten sie Flugblätter und wiesen auf die neue Situation hin. Demnach erhalten die Mediziner keine abrechenbare „Punkte“ für ihre Leistungen mehr, sondern einen vorab festgesetzten Betrag in Euro.

„Miserable Bezahlung, ständige Einschränkungen durch Vorgaben von Politik, Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung machen uns unsere ärztliche Tätigkeit immer schwerer“, hieß es auf einem Flugblatt. Gute Medizin setze eine gerechte Bezahlung voraus: „Und ebenso die Möglichkeit, frei und unabhängig für das Wohl unserer Patienten arbeiten zu können.“ Die bisherige Politik habe gezielt einige wenige Gesundheitskonzerne gefördert und nicht auf die Patienten geachtet, hieß der Tenor bei den demonstrierenden Ärzten und ihren Angestellten.

Rund 300 vornehmlich Facharztpraxen im Bergischen Land waren in den Ausstand getreten. Eine Notfallversorgung war aber garantiert.

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Kommentare

      Stefan Logat
      18.02.2009, 00.14 Uhr

      Miese Bezahlung? Dass ich nicht lache. Der Allgemeinmediziner, meist Schlusslicht beim Verdienst, geht nicht unter 100.000 Euro nach Hause. Solche Zahlen sind öffentlich zugänglich und die Lamentiererei der Ärzte passiert auf allerhöchstem Niveau, oder besser: In unterster Schublade. Wenn der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung meint, Urologen würden bezahlt wie bessere Damenfriseure, dann kann damit nur Udo Walz gemeint sein. Fakt ist, die Ärzte und Krankenhäuser bekommen 4,3 Milliarden Euro mehr 2009 zugeschossen als 2008, ohne, dass die Patienten etwas davon spüren, etwa eine Verbesserung der medizinischen Versorgung oder niedrigere Beiträge bei den Krankenkassen – nein, der Gesetzgeber macht Zusagen an die Lobby „Ärzte“ und verordnet der zahlenden Solidargemeinschaft einen Einheitsbeitragssatz, der Versicherte günstiger Kassen über die Maßen strapaziert. Das Geld kommt teuren Kassen zugute, weil alles nur noch über einen zentralen Fonds läuft.

      Und dann stellen sich die Damen und Herren Ärzte noch in die Fußgängerzone und betonen, wiederholt mehr Geld bekommen zu wollen. Es reicht eben nie, man kommt mit dem, was man gerade hat, so eben aus, und dann muss es eben noch mal mehr sein – nein danke. Mal abgesehen davon, dass solche Streiks seitens der Aufsichten sehr kritisch beurteilt werden, disziplinarische Maßnahmen der KVen im Raum stehen genau wie die Prüfung des Entzugs der Kassenzulassungen. Ärzte sind KEINE Arbeitnehmer, ihre Tätigkeit leitet sich aus dem Sozialgesetzbuch ab. Was sie tun, ist rechtlich höchst umstritten, und wem dient sowas? Ihnen. Den Patienten sicher nicht.

      Stefan Logat
      18.02.2009, 12.05 Uhr

      … und noch ein aktuelles Update von heute, Zitat der GKV-Spitzenverbände:

      „Anlässlich der heutigen Sitzung des Verwaltungsrats des GKV-Spitzen-verbandes in Berlin verurteilen die Mitglieder des Gremiums die Protesthaltung vieler Ärzte aufs Schärfste. Leistungsbeschränkungen anzukündigen oder Patienten zu einer Vorkasse zu zwingen ist rechtswidrig und stehen im krassen Widerspruch zum Sicherstellungsauftrag, den die Ärzte mit ihrer Kassenzulassung übernommen haben. Den einzelnen Krankenkassen kommt in dieser Situation eine wichtige Rolle und Verantwortung gegenüber den Patienten und Beitragszahlern zu, so die Selbstverwalter. Wenn Ärzte ihren konkreten Versorgungsverpflichtungen, z. B. durch Streiks oder eine Verpflichtung zur Vorkasse, nicht nachkommen, können Krankenkassen den Entzug der Kassenzulassung beantragen. Diesen Schritt halten die Selbstverwalter des GKV-Spitzenverbandes für eine adäquate Antwort auf die maßlosen Forderungen der Ärzte. Gegenüber den Versicherten wäre das zugleich ein wichtiges Signal, dass die gesetzliche Krankenversicherung sich nicht erpressen lässt. „

      Amanatidis
      18.02.2009, 20.37 Uhr

      manche Kommentare zeigen leider wie wenig oder sogar gar nicht unsere Bürger über das Gesundheitswesen informiert sind.
      ist eine Pauschale von 30 Euro für ihren Hausarzt oder eine Pauschale von 21 Euro für ihren Augenarzt(Miet- Kosten, Nebenkosten der Praxis, Mitarbeiterinnen- Gehälter, Versicherungen, EDV ….)pro Quartal, also für 3 Monaten angemessen? Und der Patient kann ruhig mal 100 nein 1000 mals pro Quartal in die Arztpraxis reinkommen, er wird versorgt und kriegt natürlich jedes mal Medikamente verschrieben, Verbände aus der Praxis,……usw.
      Ich als chronischer Patientin und Mutter einer Ärztin, die ständig auf Medikamente angewiesen ist, schäme mich für ihre unsachliche kommentare. reden sie zuerst mit ihrem Arzt über das Thema, dann werden sie erfahren, wie die Realität des Arzthonorars aussieht. Denn alte Klitschees sind Geschichte.
      Kein Wunder, dass unsere gut ausgebildete Mediziner das Land den Rücken kehren.Die anderen Länder wie England und die Schweiz nehmen sie mit offenen Arme.

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