Zeitungen können von Place-Blogs lernen

Eine interessante Diskussionsrunde war es, die sich kürzlich beim Social Web Breakfast in Berlin zusammengefunden hatte. Susanne Englmayer und Karl-Heinz Wenzlaff referierten dabei über das – auch gerade aus Wuppertaler Sicht spannende – Thema „Place-Blogs als Alternative zur Lokalzeitung„. Wir wären sehr gerne nach Berlin gefahren, konnten aber aus terminlichen Gründen leider nicht dem Frühstück beiwohnen.

Nicht so schlimm, denn wie von jedem Social Web Breakfast gibt es auch über die Diskussion zu Place-Blogs und deren Bedeutung in der Informationswelt einen ausführlichen Videomitschnitt. In rund 74 Minuten stellen Susanne Englmayer und Karl-Heinz Wenzlaff besonders heraus, welche Vorteile Place-Blogs bieten und was sich Lokalzeitungen für ihren eigenen Online-Auftritt und ihren Umgang mit dem Internet besonders im Hinblick auf das Bilden einer Community abschauen könnten.

Während die lokalen Tageszeitungen im Internet in Sachen Besucherzahl noch immer die Nase vorn haben, sind Blogs mit regionalem Bezug deutlich auf dem Vormarsch. Verdrängen werden sie die Zeitungen online wohl nicht, aber eine gute Alternative könnten sie werden. Blogs seien zum einen „einfach schneller“, auf der anderen Seite aber auch „objektiver“, findet Karl-Heinz Wenzlaff. Bei Monopolisten unter den Lokalzeitungen bestünde darüber hinaus auch immer die Gefahr einer „Hofberichterstattung“, da man auf Werbekunden aus der Umgebung angewiesen sei. Bei zunehmenden Online-Aktivitäten könnten sich die Werbebudgets aber auch in Richtung Place-Blogs verschieben, wenn diese eine kommerzielle Ausrichtung vorweisen und nicht nur ein lockerer Zusammenschluss verschiedener Autoren mit Einzelinteressen seien, die letztlich eigentlich kaum unter einen Hut zu bringen sind.

Alles in allem könnten Lokalzeitungen bei Blogs aber eine Menge abschauen, um die Diskussionen mit den Lesern zu fördern. Kommentare zu Artikeln und darin auch mitlesende Autoren wären gewiss neben dem Anbieten von RSS-Feeds ein erster Schritt. Aus diesem Grund täte es den Zeitungen durchaus gut, wenn Alternativen in den Markt drängen würden. Denn letztlich entscheiden die Leser darüber, was sie wollen.

Eine kurze und kompakte Zusammenfassung des Social Web Breakfast in Berlin zum Thema Place-Blogs gibt es auch bei XING.

WERBUNG

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren: