Wuppertaler Busse kommen meist zu spät

Fleißig war unser marzl in den vergangenen Wochen wieder einmal. Nicht nur, dass er jede Menge Arbeit mit „seinen“ Kindern hatte und neue Schweiß-Killer testete – vielmehr hat er in seinem ÖPNV-Report auch mal die Pünktlichkeit der Busse der Wuppertaler Stadtwerke unter die Lupe genommen. Und das mit einem – für regelmäßige Bus-Nutzer nicht gerade überraschenden, aber dennoch – überaus erschreckenden Ergebnis.

„Was bekommt man neben schlecht gelaunten Busfahrern für sein Geld?“, fragt marzl nicht ohne Grund. Denn laut seinen nicht repräsentativen Beobachtungen kamen gerade einmal 40 Prozent aller Busse pünktlich an der Bushaltestelle an. Der überwiegende Teil – nämlich 55,7 Prozent – hatte Verspätungen. Diese sind natürlich schlecht, wenn man einen Anschlussbus erreichen möchte. Wenn es mal wieder besonders knapp wird beim Busfahrer seinen Umsteigewunsch mit der Bitte zu äußern, dass der andere Bus warten möge, ist auch keine dauerhafte Lösung. Viel schlimmer ist aber noch, wenn 4,3 Prozent der in die Statistiken einfließenden Busse zu früh dran waren. Dann rächt sich vielleicht, dass man (vorbildlich) an der roten Ampel warten musste…

Denn wenn der Bus deutlich zu früh losfährt, man aus obengenannten Gründen nicht die empfohlenen zwei Minuten früher an der Bushaltestelle sein konnte und man dadurch den Anschluss verpasst, der nur jede Stunde fährt, dann ist das mehr als ärgerlich. Umso schlimmer ist es, wenn man sich diesbezüglich an die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) wendet, um diesen Umstand anzumerken und vielleicht ein kurzes „Tut uns leid“ zu hören. Das wäre ja vollkommen okay gewesen. Aber nicht, dass man anschließend sozusagen als komplett doof hingestellt wird.

So passiert vor knapp fünf Jahren: Daheim hatte ich noch die Uhr meines Handys mit einer Funkuhr abgeglichen. Das Mobiltelefon ging dabei eine halbe Minute vor, der Bus fuhr aber laut Handy zwei Minuten zu früh von der Haltestelle ab. Dies merkte ich in einer eMail an die WSW an und bekam zu Antwort, dass eine Funkuhr das komplette Betriebsleitsystem mit der aktuellen Uhrzeit versorge. Man habe nachgesehen, der entsprechende Bus habe an jenem Tag vielemehr verspätet die Haltestelle verlassen? „Eine Verfrühung, wie von Ihnen festgestellt, können wir somit nicht bestätigen“, heißt es in der Antwortmail. Und zudem kein einziges Wort der Entschuldigung, dass man seinen Termin aufgrund des geplatzten Anschlusses nicht wahrnehmen konnte! Ja, wer war denn vor Ort? Wer hat auf die Uhr geschaut? Und auch das Argument, dass sich eine Haltestelle „nicht immer auf die Sekunden genau bedienen“ lasse, zählt in diesem Fall nicht. Schließlich handelte es sich um die „Starthaltestelle“ der Linie. Da sieht man, wie lange der Bus steht.

Dass oftmals Busse aufgrund des Verkehrs Verspätungen haben, ist ja durchaus akzeptabel und dank oftmals großzüger Planungen seitens der Wuppertaler Stadtwerke vertretbar. Anschlüsse funktionieren meist, wenn keine riesigen Differenzen auftreten. Aber in Sachen Kundenservice präsentieren sich die WSW noch immer nicht perfekt: Wie marzl ebenfalls erlebt hat sind auch viele Busfahrer nicht gerade kundenfreundlich eingestellt. Jeden Tag sich mit verschiedenen Personen und dem Wuppertaler Straßenverkehr rumplagen zu müssen ist nicht gerade leicht. Aber wenn man freundlich bittet, ob man einen Anschlussbus anfunken könne, dann muss man nicht patzig antworten, dass man die fünf Minuten Verspätung wieder aufholen könne. Wir zweifeln nicht an ihren Fahrkünsten, sondern wollen nur (halbwegs) pünktlich ankommen.

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Kommentare

      Vielfahrer
      05.02.2009, 13.22 Uhr

      Komme aus Cronenberg und habe sehr ähnlich, leidvolle Erfahrung mit den WSW. Freitags komme ich aus Sudberg mit der 625 und muss an der Haltestelle „Cronenberg Rathaus“ den CE64 nach Solingen nehmen. Planmäßig kommt die 625 am Rathaus um 6:54h an, der CE64 fährt nach Solingen um 6:55h los. Nicht viel allzu viel Zeit, aber um kurz vor sieben ist in Cronenberg nicht der Bär los.

      Aber: die 625 kommt regelmäßig/immer zu spät, so dass ich dien CE64 ebenso häufig verpasse und 20 Minuten sinnlos auf den nächsten CE64 warten muss und zu meinem Termin nicht pünktlich kommen kann!

      Bei 71 EUR für die Monatskarte macht das wirklich keinen Spass!

      Lars
      05.02.2009, 19.19 Uhr

      Ich fahre auch viel durch Wuppertal. Von Vohwinkel nach Ronsdorf und alternativ nach Cronenberg (hauptsächlich). Und ab und zu auch von Cronenberg nach Ronsdorf. Also in diesem Stadtteildreieck, wo ich auch immer wieder Elberfeld durchkreuze, ist mir eines sehr deutlich aufgefallen.

      Unpünktlich sind überwiegend Busse nach Cronenberg. Die Verspätungen sind teilweise extrem. Einmal hab ich meinen Anschluß in Cronenberg nicht bekommen, was aber nicht so wild war, weil mein Bus so spät war, das unmittelbar ein späterer Bus der benötigten Linie kam.

      Innerhalb Vohwinkel oder alles was nach Ronsdorf fährt, ohne das Cronenberg beteiligt ist, tut sich in den Verspätungen nicht viel. Und nebenbei, eine Verspätung von einer Minute ist von der WSW gewollt. Die geben in den Fahrplänen bewusst eine Minute früher an, als der Bus kommt, damit auch Leute den Bus bekommen, die grundsätzlich nicht früher, sondern auf die Minute genau an der Haltestelle stehen.

      wupperblog
      01.03.2009, 19.36 Uhr

      Wuppertaler Busse weiterhin oft zu spät…

      Kaum Neuigkeiten gibt es auch im Februar 2009 über die Wuppertaler Busse zu berichten. Denn nachdem marzl einen Monat zuvor erstmals die Pünktlichkeit der Nahverkehrsmittel im Tal unter die Lupe genommen hat und dabei feststellte, dass nur ru…

      Peter Wolzenburg
      01.10.2009, 06.12 Uhr

      Muss ich umsteigen fahre ich einen Bus eher und habe keinen Stress.
      Die 628 Hamburger Treppe – Sedanstr. oder Gegenrichtung hat oft Verspätung.
      Meine Meinung zu langer Bus auf zu engen Strassen.
      Auf dieser Linie würden Solobusse im 10 Min. Takt besser vorankommen, anstatt Gelenkbusse im 20 Min. Takt!

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