Im Bus wird es gewiss nicht langweilig

Eine Busfahrt kann anstrengend sein. Nicht nur, wenn diverse Leute lautstark ihrer Umgebung etwas von ihren privatesten Erlebnissen mitteilen möchten. Auch nicht, wenn man erfährt, dass man sich selbst als “Schlampe” sieht. Oder auch, wenn wieder einmal ein Handy als Musikabspielanlage ohne Ohrstöpsel verwendet wird. Alles drei zusammen konnte man am Samstagabend, 17. Januar 2009, erleben. Denn nachdem das 23. Schüler-Rockfestival, das Benefizkonzert “Cronenberg hilft – weiter” und viele andere Veranstaltungen im Tal beendet waren, wollten die Besucher auch wieder nach Hause – und die meisten fuhren halt dabei mit einem Bus.

Viele unterschiedliche Menschen konnte man da antreffen: Sehr junge, an allen möglichen Stellen im Gesicht gepiercte Teenies, die ihrer Umgebung unbedingt weismachen wollten, was nun die beste Musik ist und die in ihrem zarten Alter bereits die größten Erfahrungen gemacht hatten. Sich über diese Jugendliche aufregenden Senioren, die den Kampf um die Sitzplätze mit unlauteren Mitteln gegenüber den jüngeren Generationen aufnahmen und sich aufregten, wenn im überfüllten Bus in einer scharfen Kurve mal ein Rücken gegen ihren Arm stieß. Damen, die nachdem ihre männliche Begleitung ausgestiegen war, sofort ihre Tasche auf den frei gewordenen Sitzplatz stellten, damit sich bloß niemand anders, der schon seit rund zwanzig Minuten Busfahrt gestanden hatte, hinsetzen konnte. Zwei junge Blondinen, die nichts anderes zu tun hatten, als über den überfüllten Bus zu lästern (“Warum müssen die eigentlich alle jetzt fahren? Können die nicht aussteigen?” – Nein, wir wollten auch nach Hause und das am besten mit dem letzten Bus!).

Da freut man sich doch, wenn man es heile und fit bis an sein Ziel geschafft hat. Und man weiß genau, dass man beim nächsten Mal wieder mit dem Bus fahren wird. Denn dort wird es einem auf dem Nachhauseweg gewiss nicht langweilig…

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