“Ich hoffe, Ihnen hat es gefallen”

Es kommt teilweise echt darauf an, welchen Busfahrer man erwischt. Manche sitzen unmotiviert hinter ihrem Lenkrad und machen nur ihre Pflicht, andere grüßen jeden Fahrgast freundlich und haben so manchen lockeren Spruch auf den Lippen. Die Fahrt zur Arbeit und zurück kann also manchmal zur Geduldsprobe (wenn der Fahrer rabiat und rücksichtslos fährt) werden oder aber zu einem kleinen, schmunzelnden Happening.

Wie am Mittwochnachmittag, 13. August 2008. In der Blankstraße in der Elberfelder Südstadt hatte sich ein Unfall ereignet, sodass der Bus nicht seinem sonst üblichen Linienverlauf folgen konnte. Während andere Fahrer brav nach einer Straßensperrung auf die Ermöglichung der Weiterfahrt warteten, fuhr der “CityExpress” statt über die Abbiege- auf die Geradeausspur in Richtung Universität. Der Busfahrer kommentierte diesen Vorgang über seine Sprechanlage mit den Worten: “Sehr geehrte Fahrgäste, wir fahren nun einen kleinen Umweg.” Als ob man das nicht schon bemerkt hätte, aber auf zahlreichen Gesichtern stellte sich ob dieser (sinnlosen aber) freundlichen Durchsage ein Lächeln ein.

Als der Bus dann schließlich wieder auf seinen üblichen Linienweg zurückkehrte, wussten dies augenscheinlich alle Fahrgäste, das “Ziel” war in greifbare Nähe gerückt. Aber nein, “Service muss sein”, dachte sich wohl der Busfahrer. Und ließ sich zu einer erneuten Durchsage hinreißen: “Wir sind nun wieder auf dem normalen Linienverlauf. Ich hoffe, Ihnen hat es gefallen.” Ja, dass der Bus aufgrund der Straßensperrung fünf Minuten Verspätung hatte und so mancher Anschlussbus bereits abgefahren war, mochte vielleicht nicht allen schmecken. Aber so freundliche und gut gelaunte Busfahrer – die dürfte es durchaus öfters geben!

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Kommentare

      CeKaDo
      14.08.2008, 22.22 Uhr

      Solche Busfahrer suche ich als Schwelmer in Wuppertal derzeit wie Perlen. Mir erscheinen morgens wie mittags die Fahrerinnen und Fahrer derart zugeknöpft, muffelig und mit einer ruppigen Fahrweise versehen, daß ich mich manchmal frage, was ich denen angetan habe.

      Schade eigentlich, denn ich höre und lese viel vom Coaching der Fahrer und erwarte als Kunde eigentlich, daß man (neben einer guten Fahrweise) wenigstens zurück grüßt, wenn ich “Guten Morgen” oder “Guten Tag” sage.

      Bislang dachte ich immer, vereinzelte Fahrer der VER wären seltsam drauf. Jetzt denke ich, einzelne Fahrer der WSW sind gut drauf!

      kleene
      14.08.2008, 22.42 Uhr

      Na ich glaub das ist je nach Wetterlage und Laune des Busfahrers. Heute hab ich wieder Sachen erlebt, die glaubt einem keiner. Und vorallem frage ich mich manchmal wozu wir einen Busfahrplan haben, wenn die Busse eh fahren wie sie wollen.

      Marcus Müller
      16.08.2008, 10.47 Uhr

      Letzte Nacht hatte ich wieder einen Busfahrer der freunlichen Art. Der Bus war leer, es wurde beim Einsteigen sofort zurückgegrüßt und wenn Jugendliche eine Bierflasche in der Hand hatten und in den Bus wollten, so drückte er ein Auge zu und kommentierte nur: “Nicht schlabbern!”

      Als sich dann ein jugendliches Duo über diese Anweisung unterhielt und einer von ihnen feststellte, dass die Flasche doch schon halb leer sei, kam von vorne dann auch gleich der Kommentar: “Das ist doch zu pessimistisch, die Flasche ist doch lieber noch halb voll.” Mit ein bisschen Spaß und Freundlichkeit kann man halt auch auf seine Fahrgäste “aufpassen” und einen kleinen “Extra-Service” bieten…

      Nikolaus August Otto | ölbergblog - Leben und Arbeiten auf dem Wuppertaler Ölberg
      16.08.2008, 12.17 Uhr

      […] Und genau aus diesem Grund bin ich nach meinem Zuzug auf den Wuppertaler Ölberg in das Büro der WSW getingelt und hab mir so ein Ticket 2000-Dingsbums gekauft. Mit dem festen Vorsatz, alles hier in Wuppertal und der näheren Umgebung mit dem ÖPNV anzufahren. Ich dachte erst, das wird eine harte Umstellung, da ich doch jahrelang nicht mit dem Bus gefahren bin und all die Ressentiments gegenüber dem ÖPNV gepflegt habe. Aber, was soll ich sagen! War ganz einfach. Es entspannt mich geradezu. Ich komme gut gelaunt am Ziel an, mich nervt nicht, wenn der Bus im Stau steht, ich kann lesen und muss mich nicht über andere Autofahrer aufregen oder mir alternative Routen überlegen, wenn mal gar nix mehr geht – das überlasse ich dem Busfahrer. […]

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