Diskotheken: Stempel für U- oder Ü18?

Erst kürzlich hatte die Westdeutsche Zeitung (WZ) mit einem Video auf ihrer Homepage über schärfere Kontrollen von Jugendlichen in Sachen Alkohol und Partys berichtet und war mit dem Ordnungsamt der Stadt Wuppertal abends auf “Streife” gegangen, als die Beamten Alkohol trinkende Jugendliche aufspürte und diese dann – im “Notfall” und höheren Promillewerten im Blut – auf der Polizeiwache den Eltern übergaben. Im Vorfeld dieser Aktion entstand allerdings auch ein umfangreicher Artikel, in dem Robert Maus und Nikola Dünow über die derzeitige Situation im Tal berichteten. Dort heißt es hinsichtlich einer vorherigen Kontrolle im “Alpenmax” unter anderem:

“Die Betreiber des Alpenmax und auch die Türsteher haben sich vorbildlich verhalten”, schildert Vorsich den jüngsten Fall und ergänzt: “Das muss man dem Betreiber hoch anrechnen”. Die Disco hat Vorkehrungen getroffen, damit 16-Jährige keinen harten Alkohol bekommen. Wer unter 18 Jahren alt ist, bekommt an der Kasse einen Stempel, so dass die der Thekenmitarbeiter wissen: Achtung, nicht volljährig, Schnaps ist verboten.

Quelle: wz-wuppertal.de

Das müssen ja schwer zu beseitigende Stempel sein, wenn man damit den Jugendschutz kontrollieren möchte. Erfahrungen zeigen doch, dass spätestens nach dem Toilettenbesuch oder nach einem längeren Zeit auf der Tanzfläche Stempel doch gerne mal anfangen, sich zu “verflüssigen”. Ein bisschen Seife, viel Rubbeln – und schon sind sie ab. Wäre es da nicht sinnvoller, allen Personen Ü18 bei entsprechenden Veranstaltungen einen Stempel zu geben? Ohne Stempel kein Alkohol! Klar, das würde dann sicher für so manchen Gast lästig sein und den Stempelkissen-Verbrauch drastisch erhöhen. Aber dann wäre ein Schlupfloch gestopft…

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Kommentare

      M. H.
      08.08.2008, 03.55 Uhr

      Naja, ganz so einfach, wie es sich die Verfasser des WZ- bzw. des Wupperblog-Artikels machen, ist es auch wieder nicht. Man bekommt zwar einen Stempel, diesen jedoch am Ort der Ausweisabgabe (Minderjährige müssen den Ausweis abgeben und vor 24 Uhr wieder abholen), und auch nur zum Vorzeigen an der Kasse, die etwa zwei Meter weiter gelegen ist. Dort werden je nach Vorhandensein eines Stempels farblich unterschiedliche Verzehrkarten (man bezahlt erst beim Verlassen des Alpenmax) an die Besucher ausgegeben: Beispielsweise bekommen Minderjährige eine blaue und Erwachsene eine rote Karte. Anhand dieser Farbe erkennen dann die Barkeeper, ob hochprozentiger Alkohol an den Besitzer ausgegeben darf oder nicht.
      Sicherlich ist auch diese Art der Beschränkung leicht zu umgehen: Man braucht nur einen befreundeten Erwachsenen anzusprechen, ob er denn mal eben seine Karte ausleiht. Doch sollte einer der Barkeeper misstrauisch werden und den Ausweis verlangen, guckt man ziemlich blöd aus der Wäsche, erst recht, wenn sich dann innerhalb weniger Sekunden mehrere muskulöse Personen vor einem aufbauen. Und bei der recht aggressiven Haltung dieser Türsteher überlegt man sich es zweimal, ob man wirklich auf den hochprozentigen Alkohol angewiesen ist.
      Alles in allem ist diese Methode auf jeden Fall sicherer als die im Wupperblog beschriebene U18-Stempel-Methode.

      kleene
      08.08.2008, 10.06 Uhr

      Sinnvoller ist es alle mal und ich mein eine Zeit lang haben auch die über 18-Jährigen Stempel bekommen.

      -christian
      08.08.2008, 11.53 Uhr

      Mir stellt sich die Frage: Wer geht in’s Alpenmax? 😀

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