Die Zukunft in Wuppertal ist grau

Hätte jemand etwas anderes erwartet? Die Zukunftsaussichten für Wuppertal sind alles andere als rosig. Bei einem Großstadtvergleich des Hamburger Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) im Auftrag der Berenberg Bank landete Wuppertal nur auf dem vorletzten Platz. Selbst Städte wie Essen, Krefeld, Bochum und Gelsenkirchen stehen besser da. Einzig erfreulich: Chemnitz schnitt noch schlechter ab! Der Grund hierfür dürfte laut HWWI in der Abwärtsspirale eines anhaltenden Arbeitsplatzabbaus und fortschreitender Bevölkerungsverluste liegen. “Dies ist in erheblichem Maße auf den ausstehenden Strukturwandel dieser altindustriellen Städte zurückzuführen”, erklärt HWWI-Direktor Prof. Dr. Thomas Straubhaar.

Dass es auch besser geht, zeigte Dortmund. Die Ruhrgebietsstadt landete aufgrund des rasanten Strukturwandels dort und einer hohen wirtschaftlichen Dynamik auf dem zehnten Platz von 30 unter die Lupe genommenen Städten. Man kann halt in Wuppertal nicht nur auf die Bekanntheit der Schwebebahn zählen – es muss auch was getan werden.

Beim Trendindex der Studie landete Wuppertal nämlich nur auf dem letzten Platz. Hierbei wurden die aktuellen Entwicklungen der Bevölkerung, der Erwerbstätigkeit und der Produktivität berücksichtigt. Und da sieht es im Tal alles andere als gut aus. Beim Demographieindex – der die demographischen Entwicklungstendenzen bis zum Jahr 2020, die aufgrund ihrer Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt eine zentrale Determinante der zukünftigen Entwicklungspotenziale sind, beschreibt – reichte es immerhin zu Platz 26 von 30. Rosing sind hier die Aussichten aber auch nicht. Einzig beim Standortindex konnte Wuppertal punkten. Die gute Lage südlich des Ruhrgebiets und die Nähe zu Großstädten wie Düsseldorf und Köln konnte hier einiges rausreißen. In Sachen Bildung und Innovationsfähigkeit sowie Internationalität dürfte aber nicht viel zusammengekommen sein. Eine Uni allein reicht halt nicht…

Was heißt das für die Wuppertaler Politik? Es müssen noch massig Hausaufgaben gemacht werden. Vielleicht sollte man sich nicht nur auf “Kleinigkeiten” konzentrieren, sondern auch entscheidende Dinge anschieben. Ein millionenschwerer Umbau des Döppersberg mag vielleicht für die Besucher der Stadt und die Optik ganz anschaulich sein, aber ob da ein entscheidender Schwung mitkommt darf bezweifelt werden. Wuppertal braucht Profil, um von dem Image der alten, grauen, tristen Industriestadt wegzukommen. Das Wetter kann man nicht beeinflussen, der viele Regen wird weiter bleiben. Aber Impulse für die Wirtschaft kann man setzen, da muss sich die Politik nur zu durchringen und von ihrem “alles ist gut, so wie es ist” und “bloß nichts Neues” endlich mal abrücken. Ansonsten werden die Einwohner der Stadt weiterhin den Rücken kehren und Wuppertal in solchen Großstadtvergleichen weiter nach hinten fallen. Dann vielleicht sogar hinter Chemnitz!

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Kommentare

      Wuppertal braucht Profil. | ölbergblog - Wuppertal
      01.06.2008, 23.09 Uhr

      […] Markus im Wupperblog am gestrigen Tag. Und auch ich bin gestern über das im Artikel genannten Städteranking gestolpert. Das Wuppertal mehr Profi benötigt und mehr braucht, als den genannten Umbau des […]

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