“Barmen live”: Früher war alles besser

Barmen live zum Schämen?Das Stadtfest “Barmen live” gehört sicherlich noch zu den Höhepunkten im Wuppertaler Veranstaltungskalender. Vier tolle Tage lang soll das Fest die Wuppertaler und Auswärtigen in die Barmer Fußgängerzone locken, damit sich auch Barmen mal neben Elberfeld wieder so richtig groß und bedeutend fühlen darf. Ist ja auch klasse, man hat ja Platz genug. Doch was ist über all die Jahre aus der netten großen Sause geworden?

Früher wurden kölsche Rocker als musikalische Attraktion ins Tal geholt, heute wird die “Undercover Crew” als Top-Act auf den Plakaten angekündigt. “Die Undercover Crew spielt Rockklassiker und Highlights der Extraklasse aus den 70er, 80er, 90er und 00er Jahren”, heißt es auf der Homepage der Musikgruppe. Passt ja, schließlich “begeisterten [sie] bei der 18. Rock-Pop-Oldie-Party der SPD” die Massen schon in Lüttgendortmund, wie man im Pressespiegel auf der Homepage nachlesen kann. Nichts gegen diese Band, aber solche Gruppen gibt es auch im Tal zu Genüge. Wieso dann also extra “importieren”?

“Auf dem Stadtfest waren schon bekannte Persönlichkeiten wie Mike Krüger oder Michael Holm auf der Bühne”, schreibt auch Lars in seinem MoehBlog, “und allgemein gilt Barmen live als ein Highlight.” Doch das ist es schon lange nicht mehr. Wenn die Polizei extra die Treppe vor dem Rathaus am Johannes-Rau-Platz absperren muss, damit dort keine alkoholische Getränke konsumierenden Jugendliche und junge Erwachsene “rumlungern”, wenn sich ein Verkaufsstand von Internet- Anschlüssen an die von Gewinnspielen, Zeitungsabos und Co. reiht, dann ist die Zeit schon längst an “Barmen live” vorübergezogen. Schade, da müssen sich selbst die Ponys vor den Besuchermassen verstecken (siehe Foto)! Und das in deinem Jubiläumsjahr, Barmen…

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Kommentare

      Jürgen P.
      26.05.2008, 22.46 Uhr

      Ja sehr schade, dass Barmen Live so verkommen ist. Da müssen sich die Macher fürs nächste Jahr wieder etwas mehr einfallen lassen, um die Wuppertaler nach Barmen zu locken!

      Lars
      27.05.2008, 13.08 Uhr

      Dieser Tage war ich mehrfach da und zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Wenn ich meine Meinung ganz offen sage, dürfte es viel böses Blut geben.

      Am Freitag Abend war mir Wuppertal zudem sehr peinlich. Eine extrem hohe Zahl der Gäste am Johannes-Rau-Platz waren besoffene und/oder offensichtliche Penner, die kein benehmen haben. Und das gilt für viele junge aber auch alte Leute. Ich will nicht wissen was den Musikern so durch den Kopf gegangen ist, als die das sahen….. Und ich möchte hier mal anmerken das ich zwischen Obdachlose (sowie arme Menschen) und Penner unterscheide.

      Thommy
      27.05.2008, 14.18 Uhr

      Ja es ist wirklich schade um das schöne Stadtfest, gerade in Anbetracht dessen, dass Barmen kämpfen muss um seinen Platz in Wuppertal zu festigen oder um überhaubt einen Fuß auf den Boden zu bekommen.

      Früher wohnte ich noch am Alten Markt, damals als die Lichter von Barmen Live nicht um 10 Uhr gelöscht wurden. Natürlich war es laut und als kind konnte man schlecht schlafen, aber es war immer eine mords Gaudi. Leider haben sich dann Anwohner zusammengeschlossen und gegen die Ruhestörung protestiert. Die Stadt reagierte nat. darauf und jetzt wird Barmen Live ab 10 Uhr zu Barmen Dead.

      Es felhen Konzepte und die Lust an einem schönen Stadtfest. Thema public Viewing. Warum gibt es nichts in Barmen? Wieso leiht man für viel Geld ausrüstung zur WM anstatt ein wenig mehr zu investieren und das Equip. zu kaufen. Solche Veranstaltungen können bei guten Konzepten viel Standmiete einbringen.

      Die Liebe fehlt in unserer Stadt. Bloggt eigentlich irgendwer aus unseren Wuppertaler Ämtern? Irgendwer dort ansässig, der nicht 1998 aufgehört hat sich weiter zu entwickeln? Ich denke nicht und das ist auch der Grund weshalb Barmen Live mehr und mehr zu Barmen Dead verkommt. Schade, schade.

      Marcus Müller
      28.05.2008, 07.51 Uhr

      Wer in die Innenstadt zieht weiß, dass es dort auch mal lauter werden könnte. Sowas sollte kein Argument für solche “Ruhestörungen” sein. Sollen Einzelinteressen mehr Wert haben als Interessen der Allgemeinheit? Dann würde die Stadt von ihrer bisherigen Haltung einknicken…

      Zu den fehlenden Konzepten kann man sagen, dass sich die Veranstalter sicher auch an den Wünschen der Besucher orientieren. Wenn die abends im angetrunkenen Zustand einfach nur irgendwelche Musik hören wollen, dann werden halt auch keine Top-Acts mehr eingeladen. Ist halt billiger. Ist jedoch die Frage, ob man eine solche Zielgruppe bedienen will. Am Umsatz wird die sicherlich ein bisschen beitragen, aber man sollte den Ruf des Stadtfestes bedenken.

      Aber gute Ideen werden oft in Wuppertal ausgebremst oder oftmals gar nicht umgesetzt. Ob sich ein Public Viewing zur EM lohnen würde, sei mal dahingestellt. Aber was soll man zum Beispiel allein schon von Organisatoren halten, die im Sommer ein Stadtfest “Barmer Herbst” nennen??? In Sachen Marketing muss in Wuppertal noch einiges geschehen, da reicht nicht nur die Einrichtung einer Wuppertal-Marketing GmbH…

      Peer
      28.05.2008, 22.55 Uhr

      Hallo zusammen,

      war von Euch Kommentatoren einer am Samstag beim Auftrit der Undercover Crew? Vermutlich nicht, denn Ihr redet wie ein Blinder von der Farbe. Phänomenale Sänger und eine Performance, die hätte Mike Krüger wermutlich gleich mit von der Bühne geblasen.

      Ihr seid ja echte Spezialisten, erstmal nörgeln und sich dann eines Besseren belehren lassen…

      Jürgen P.
      29.05.2008, 13.55 Uhr

      Es gibt immer unterschiedliche Geschmäcker! Das Konzert der Undercover Crew mag zwar gut gewesen sein, aber der Name zieht sicherlich nicht so viele Leute an wie ein bekannter! Und das Umfeld war auch nicht gerade gut. Muss man denn immer einen über den Durst trinken um gut drauf zu sein? Vielleicht muss man ja einen über den Durst trinken um Barmen Live zu überstehen. Denn das entwickelt sich wirklich immer mehr zum negativen!!!

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