Eigentlich nichts Neues im Fall Talea

Wochenlang hatten Polizei und Staatsanwaltschaft geschwiegen, nur die grundlegenden Informationen über den Fall herausgegeben. Der Tod der kleinen Talea hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, die 5-Jährige war bei ihrer Pflegemutter Kaja G. gewaltsam zu Tode gekommen.

Nachdem die leiblichen Eltern auch im Jugendhilfeausschuss für Aufsehen gesorgt hatten, folgte am Freitag, 25. April 2008, dann die lange erwartete Stellungnahme von Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Fall. Doch eigentlich kam hierbei kaum etwas neues dabei heraus.

“Der dringende Tatverdacht richtet sich gegen die 38-jährige Pflegemutter, Kaja G. Sie war zur Tatzeit mit Talea und der 2-jährigen Tochter alleine in der Wohnung”, heißt es in der Presseerklärung. “Am 21.03.2008 hat das Amtsgericht Wuppertal einen Haftbefehl gegen die Pflegemutter erlassen. Sie befindet sich seither in Untersuchungshaft und hat von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht und sich zu den Vorwürfen bisher nicht eingelassen.” Soviel war bisher auch bekannt.

Darüber hinaus hatte die Öffentlichkeit auch erfahren, dass gegen zwei Sachbearbeiterinnen des Wuppertaler Jugendamtes wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen ermittelt werde. “Die Stadt Wuppertal hat die relevanten Akten und Unterlagen den Ermittlungsbehörden zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Im Rahmen dieses Verfahrens wurde auch bei den beschuldigten Mitarbeiterinnen durchsucht”, heißt es dazu von Polizei und Staatsanwaltschaft. “Ob aus den bisher ermittelten Tatsachen eine Schlussfolgerung auf ein strafrechtlich relevantes fahrlässiges Verhalten von Mitarbeitern der Sozialverwaltung im Hinblick auf den Tod des Kindes gezogen werden kann, ist eine Frage, die zur Zeit noch nicht abschließend beantwortet werden kann”, wird jedoch sogleich relativiert. Ermittlungen ja, Anklage vielleicht – das liest man also daraus. Gegen Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn und Jugendamtsleiter Dieter Verst werde jedoch nicht ermittelt, heißt es weiter: “Anhaltspunkte zur Einleitung von Ermittlungen” hätten sich nicht ergeben.

Ergänzend zur Pressemitteilung wurde allerdings bekannt, dass Talea wohl in der Wohnung der Pflegeeltern Nase und Mund gewaltsam zugepresst worden seien. Das Mädchen sei daraufhin erstickt.

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