Bachelor-Studiengänge zu schwer?

Volles Haus in der UniverstitätDass immer mehr Studenten in den Bachelor-Studiengängen die Universitä- ten ohne Abschluss verlassen, darüber sorgen sich die Hochschulrektoren auf ihrer zweitägigen Jahresversammlung, die am Montag, 21. April 2008, in Jena beginnt. „Wir müssen die Studieninhalte prüfen und Stoff, der nicht unbedingt notwendig ist, herausnehmen“, forderte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, im Vorfeld Änderungen bei der Reform der neuen Studiengänge. „Oftmals wurden die Inhalte, die früher in einem Studiengang mit neun Semestern vermittelt wurden, in sechs Semester gepackt“, bemängelte Wintermantel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Doch sind es wirklich nur die Anforderungen, die die Studenten verzweifeln lassen? Seit einiger Zeit müssen sie ja schließlich auch 500 Euro pro Semester an Studiengebühren bezahlen. Zusätzlich zu den Sozialbeiträgen der einzelnen Universitäten. Darüber hinaus verzweifeln auch viele Studenten: Ein Studium in der Regelstudienzeit ist fast in keinem Fach möglich. Überfüllte Kurse gehören nicht zur Seltenheit, belohnt werden letztlich die, die zu Beginn ihres Studiums sich ein lockeres Leben gegönnt haben. Denn die höheren Semester nehmen den motivierten Jungstudenten schließlich die Plätze in den Kursen weg.

Da passt schon eher die zweite Ursache, die Wintermantel als Grund für die Hohe Zahl der Studienabbrecher ausmachte: eine schlechte Personalausstattung an den Hochschulen. Denn mit mehr Dozenten könnten auch mehr Kurse gegeben werden. Die Universitäten hatten, so zum Beispiel auch die Wuppertaler, bis zuletzt noch mehr Studenten angenommen, wie man Plätze zur Verfügung hatte. Im Fach Germanistik hatte man daher für Vorlesungen Kinosäle und für Klausuren die Stadthalle anmieten müssen. Ein Zustand, der so nicht tragbar ist. Schließlich gehen die Gebührengelder der Studenten dann für Dinge drauf, die eigentlich nicht notwendig wären. Geld, was an anderer Stelle fehlt.

Bevor man also meint, Bachelor-Studenten seien „überfordert“, sollte man vielleicht erstmal vor der eigenen Haustüre kehren. Mehr Studenten brauchen mehr Kurse und eine bessere Planung an den Universitäten.

WERBUNG

Kommentare

      Webnews.de
      21.04.2008, 09.44 Uhr

      Immer mehr Studenten verlassen die Uni ohne Abschluss…

      Heute beginnt die zweitätige Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Jena. Die HR…

      JimiDesaster
      21.04.2008, 13.58 Uhr

      Also, ein Kumpel von mir hat „Neue Deutsche Literatur“ Studiert. Als ich ihn fragte, was man denn damit anfangen kann meinte er :“NIX!!!“

      Beany
      21.04.2008, 14.31 Uhr

      Ein Problem liegt auch in den Prüfungsordnungen, denn wen man man einmal eine n Härtefallantrag durch hat, kann man nicht ein zweites mal darauf bauen, da ist nach dem zweiten Versuch schluss. So kann es passieren, dass man auch in einem Hohen Semester plötzlich rausfliegt und garnichts hat.
      Ein weiteres Problem liegt dann auch in den sogenannten Kontextbereichen der Bachelor-Studiengänge. Da werden Module aus anderen evtl. Themen-verwanten Fächern mit einbezogen, die vorher nicht Gegenstand des ursprünglichen Studienganges waren. Da können ebenfalls Probleme auftreten, wenn man zum Beispiel vom alten Magister-Studiengang in den Bachlor wechselt und evtl. Vorher ein Fachbelegt hatte, in welchem man durchgefallen ist. Plötzlich kann es passieren, das eben jenes Fach, bzw. Teile davon im Kontext-Bereich des neune Bachelor-Studienganges auftaucht. Selbst wenn es es nur ein Wahl-Fach ist, so werden bei einem Wechsel positive UND negative Einträge mitübernommen. Und dann kann es passieren, das man plötzlich nicht mehr weiter studieren kann, zum Beispiel wenn ein Nebenfach gewechselt werden muss, warum auch immer. Da gibt es dann nur noch Bachelor. Ich denke man müsste hier wirklich auch mal die Prüfungsordnungen überarbeiten, damit Studenten, welche eben mehrere Anläufe brauchen auch die Chance haben, hier doch noch zu bestehen. Eine Möglichkeit währe so, eben Prüfungsleistungen, gerade bei Nichtbestanden für Fach-fremde Module auf null zurückzufahren, bzw. die Anrechnung auf eine freiwillige Basis zu setzen. Eine weitere Möglichkeit währe, für die Prüfungen das Fahrschulsystem zu verwenden. Nach zwei oder drei Versuchen, wird man halt für einen best. Zeitraum für dieses Fach/diese Klausur gesperrt, man kann aber trozdem später nochmal ran.
      Es währe eine flexieblere Lösung. als wenn man sagt, zwei Versuche, maximal drei und du bist raus, und kanst dieses Fach auch nicht mehr an einer Universität in GASAMT DEUTSCHLAND NICHT mehrstudieren.
      Die Universitäten wollen, das die Studenten flexiebler werden, dann sollen es die Universitäten bzw. deren bürokratischer Apparat aber auch.
      Damit lassen sich nämlich auch mehr Studenten an den Universitäten halten.

Diesen Beitrag kommentieren: