Frühjahrsputz bei der WZ

Nicht nur der wupperblog hat es am Freitag, 11. April 2008, getan. Auch die Westdeutsche Zeitung (WZ) hat heimlich, still und leise ihren Internet-Auftritt ein bisschen „aufgefrischt“. Nachdem im vergangenen Jahr nicht nur der Print-Titel vollkommen überarbeitet, sondern auch die alte Homepage mit einem neuen Layout in den Farben blau und mintgrün versehen wurde, rudert man mit dem neuerlichen Relaunch wieder einen Schritt zurück und besinnt sich auf das Blau als Haupterkennungsfarbe.

Aber nicht nur das. Auch präsentiert sich die Seite ab sofort deutlich aufgeräumter: „Mit einem moderneren Layout und einer überarbeiteten Navigationsstruktur wollen wir den Aufenthalt auf unseren Seiten noch angenehmer machen“, heißt es in einer Stellungnahme der WZ-Onlineredaktion. Und das stimmt: Die Ankündigung vieler einzelner Galerien sind aus der Seitenleiste verschwunden, nun werden diese in verschiedenen Themenbereichen (Wuppertal, Sport, Party) jeweils zusammengefasst. Umfragen werden ebenfalls nicht mehr als „Forum“ angekündigt. Sie haben nun ihren entsprechenden Titel erhalten.

Übersichtlicher sind auch die Präsentation der einzelnen Nachrichten geworden. Noch über der Nachricht kann man deren Erstellungsdatum sehen, womit man die jeweiligen Neuigkeiten besser zeitlich einordnen kann. Zwei Links zum „versenden“ und „drucken“ am Anfang und Ende einer jeden Nachricht rahmen diese entsprechend ein. Artikelfotos können nun im selben Browserfenster geöffnet werden, lästige Popups sind verschwunden. Gleiches gilt für die Bildergalerien zu Artikeln, die im entsprechenden Beitrag verlinkt werden. Hoffnung besteht ebenso, dass das eine oder andere Layout-Malheur der Wuppertaler Redaktion, die manchmal ganze Artikel unterstrich oder Kommentare der jeweiligen Autoren direkt an eine Nachricht fügte, ausbleiben wird.

Allerdings gefallen auf den ersten Blick auch besonders zwei Sachen nicht so besonders. Zum einen hat die Übersichtlichkeit auf den Startseiten ein bisschen gelitten. Während vormals alles chronologisch geordnet war, folgen nun erstmal ein paar aktuelle Nachrichten mit Fotos, dann Werbung, anschließend „Top Meldungen aus anderen Ressorts“ (in Wahrheit Nachrichten aus anderen Städten), Fotogalerien und dann weitere Beiträge nach Kategorien sortiert chronologisch. Ein bisschen mehr Übersicht täte in dem Fall besonders im oberen Teil der Seite gut.

Ein weiterer subjektiver Schwachpunkt der neuen WZ-Seiten ist die Menge an Werbung. Diese ist so auffällig und störend zwischen dem Text in Artikeln platziert, dass man Meldungen nicht auf die Schnelle lesen kann. Den aktuellen Monatsstatistiken des wupperblog zufolge surfen rund 36,24 Prozent der Wuppertaler Internetteilnehmer mit einer Bildschirmauflösung von 1.024×768 Pixeln, 28,09 Prozent mit 1.280×1.024 Pixeln und 16,99 Prozent mit 1.280×800 Pixeln. Eine Bildschirmhöhe von 1.024 Pixeln vorausgesetzt muss man jedoch, um den Text einer Nachricht lesen zu können, erst einmal scrollen, da dieser dank Werbung oberhalb der großen Navigationsleiste mit überdimensionalem Logo, der Überschrift und anschließend folgender Werbung erst in der unteren Bildschirmhälfte beginnt. Was sollen da Leser mit noch kleineren Bildschirmauflösungen sagen? Schließlich will man Nachrichten lesen und nicht erst aufwändig nach ihnen scrollen müssen…

Das Fazit fällt alles in allem aber recht positiv aus: Der Westdeutschen Zeitung ist es gelungen, Elemente des modernen Internets auf ihrer Homepage Einzug zu gewähren. Die Verbindung von Artikeln und dazugehörigen Fotogalerien ist gut gelöst worden, das Layout ist aufgelockert und ansprechend. Das nicht zur WZ passende Grün ist nur noch seltener zu finden, um Schwerpunkte zu setzen. „Das Webangebot nähert sich aber wieder mehr der gedruckten Variante“, findet auch Blogger Marcel. Einige Elemente des sogenannten „Web 2.0“ lassen sich jedoch noch vermissen, da hätte der Verlag W. Girardet besser mal beim Angebot „DerWesten“ der WAZ NewMedia GmbH & Co. KG vorbeigeschaut, bei dem zwar auch nicht alles optimal läuft, aber dennoch ein Schritt in die richtige Richtung der Medienlandschaft erkennbar ist.

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Kommentare

      Lars
      14.04.2008, 00.43 Uhr

      Die WebSite ist wirklich besser geworden, kann aber über inhaltliche Schwächen nicht hinwegtäuschen. Solange die WZ sich mehr dem Boulevard hingibt. An den Inhalten muß die Zeitung arbeiten, anstelle Studenten mit mangelhafter Rechtschreibung, die Arbeit von Journalisten machen zu lassen. (so mein Eindruck)

      Und das ich mit Rechtschreibschwäche sowas merke, will schon etwas sagen. 😉

      Aber über das, was die WZ als Lokalzeitung schreibt, könnte ich mich noch lange auslassen. Ändern wird sich dadurch nicht viel.

      SuMu
      14.04.2008, 07.34 Uhr

      Gegen die Werbung nutzt man den Firefox und den Adblocker als Erweiterung ;-).
      Wenn die Seite so bleibt, wie am Wochenende, werde ich nicht mehr dort hingehen, im Firefox sieht sie sehr durcheinander gewürfelt aus, valide ist sie nicht annähernd und einen RSS-Feed haben sie immer noch nicht.

      SuMu
      14.04.2008, 09.34 Uhr

      Was ich besonders unhöflich/unmöglich finde, ist das es die WZ nicht mal für nötig erachtet, einen Quellen-Nachweis anzubringen und wenn es nur der Hinweis dpa wäre 😉

      Marcus Müller
      14.04.2008, 10.24 Uhr

      Hier wurde sich ausschließlich mit dem neuen Erscheinungsbild der Homepage der WZ befasst. Das Thema Inhalt ist wieder etwas anderes.

      @SuMu
      Bei mir schaut die Seite im Firefox recht passabel aus. Und auch ein Quellen-Hinweis dpa fehlt im überregionalen Teil nicht, wenn die Nachrichten geliefert wurden. Das steht direkt hinter dem Ortsnamen…

      SuMu
      14.04.2008, 10.39 Uhr

      Es war wohl heute morgen bei mir ein Cach-Problem.
      O.k. den Quellennachweis vermisse ich unter Wuppertal/Aktuelles, aber vielleicht kommt das ja noch genauso wie der RSS-Feed 😉

      wupperblog
      18.04.2008, 11.55 Uhr

      WZ-Antworten auf Relaunch-Fragen…

      Nicht nur unter den wupperblog-Lesern sorgte der Beitrag “Frühjahrsputz bei der WZ” vom 13. April 2008 für zahlreiche Kommentare. Auch die Westdeutsche Zeitung selbst schickte per eMail einen Kommentar zu unserem Relaunch-Feedback…

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