Können Tauschbörsen-Nutzer aufatmen?

Was die Wuppertaler Rundschau und andere Medien da am Mittwoch, 26. März 2008, berichteten, das lässt vielleicht auf positive Entwicklungen schließen. Denn die Staatsanwaltschaft Wuppertal hatte angekündigt, Anzeigen aus Urheberrechtsverstößen in Internet-Tauschbörsen nicht mehr nachgehen zu wollen. Im Januar und Februar 2008 seien rund 2.000 IP-Adressen eingereicht worden, zu denen Rechteinhaber und abmahnende Anwälte die Nutzerdaten haben wollten. „Nach hiesiger Auffassung wäre die Aufnahme von Ermittlungen bereits unverhältnismäßig, da die Tatverdächtigen in den Tauschbörsen keinerlei finanzielle Interessen verfolgen“, wird der Pressedezernent der Staatsanwaltschaft Wuppertal, Wolf Baumert, zitiert.

Bleibt die Frage, ob man das wirklich durchziehen kann. Denn bei der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf als übergeordnete Behörde sollen inzwischen bereits zahlreiche Beschwerden von Rechteinhabern und abmahnenden Rechtsanwaltskanzleien eingegangen sein, die dieses Vorhaben einer Staatsanwaltschaft in Deutschland wieder kippen wollen. Mögen die Staatsanwälte hart bleiben, wenn die Legislative es schon nicht schafft, den Unsinn einer hohen kostenpflichtigen Erstabmahnung nicht endlich mal – wie in anderen Ländern bereits seit längerem üblich – abzuschaffen.

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Kommentare

      Lima
      22.04.2008, 02.13 Uhr

      Richtig so. Musik zum Download freigeben, und dafür auf jede Verkaufte CD und DVD ein par Cent erheben. Dieses Geld dann an die Gema weiterleiten.
      Die Gema kann dann das Geld gerecht an die Musiker/rinen und Bands verteilen. Hat doch schon mal ganz gut mit Tonbändern und Kassetten geklappt, oder?

      wupperblog
      27.05.2008, 14.54 Uhr

      Staatsanwalt, bitte nicht nachgeben!…

      Es war wie ein nachträgliches Ostergeschenk: Ende März 2008 ließ die Wuppertaler Staatsanwaltschaft verlautbaren, dass man aufgrund offensichtlicher Unverhältnismäßigkeit keine Anzeigen zum Missbrauch des Urheberrechts in …

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