Förderung für Jungs vergessen?

Müssen sich Mädchen mehr merken? Sollte bei ihnen lieber alles in Schriftform vorliegen? Können Jungs besser Termine und anderes im Kopf behalten und wissen, wie man seine Freizeit gestaltet und Informationen zur Berufsvorbereitung bekommt? Oder ist vielleicht einfach nur die Nachfrage bei Mädchen nach einem Taschenkalender größer? Fragen über Fragen, die eine kurze Pressemitteilung der Stadt Wuppertal so aufwerfen kann.

Denn wie die Stadtverwaltung mitteilt, wurde zum neuen Schuljahr die neueste Ausgabe des sogenannten „Mädchenmerkers“ an die Bildungseinrichtungen im Tal verschickt. Dort sollen „viele interessante Tipps zu den Themen Bewerbung, Ausbildung, Studium und Beruf“ sowie „Notfalladressen und Ansprechpartner/-innen, Buch- und Freizeitvorschläge, Stundenpläne und etliches mehr“ aufgeführt sein. Wertvolle Tipps für junge Leute, aber wieso gibt es sie nur für Mädchen?

Sollten Jungs in der Berufswahlphase der 8. und 9. Jahrgangsstufe nicht die gleichen Voraussetzungen für ihre Zukunftsplanungen erhalten, wie Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, an die sich der „Mädchenmerker“ richtet? Könnte die Gleichstellungsstelle – was für ein Name! – für Frau und Mann nicht ihrem Namen gerecht werden und auch Jungs in diesem Alter entsprechend fördern? Dann würde sicherlich auch dadurch ein Beitrag geleistet werden, die Zukunfts- und Jobaussichten von Jugendlichen ein wenig zu verbessern.

Übrigens: Den „Mädchenplaner“ gibt es nicht nur in den Schulen, er liegt vielmehr auch im Infozentrum am Döppersberg, im Verwaltungshaus Elberfeld, im Rathaus in Barmen sowie in den Stadtbüros aus. Und auch an der Bergischen Universität am Grifflenberg. Was Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren dort machen, dass an dieser Stelle ebenfalls zahlreiche Exemplare ausliegen müssen, das wäre eine nächste Frage…

WERBUNG

Kommentare

      kleene
      13.08.2007, 23.44 Uhr

      Der Mädchenmerker ist schon eine praktische Sache! [Persönliche Erfahrung! 😉 ] Wie schon erwähnt, liefert er neben zahlreichen Tipps und Informationen für die Berufswahl, Bewerbung usw. auch viele Funktionen um die Termine unter ein Dach und Fach zu bringen.
      Und das so ein „Terminplaner“ mehr von Mädchen genutzt wird, ist auch klar. Doch denke ich auch, dass so langsam die Jungs gefördert werden sollten. Für Mädchen gibt es einige Förderprogramme, aber wie wir immer wieder sehen, sind es doch die Mädchen die meist besser klar kommen in der Schule (also bessere Noten haben, ordentlciher sind…), in der Berufswelt immer weiter voranschreiten… und was ist mit den Jungs? Die Jungs bleiben da so etwas auf der Stelle stehen. Gleichstellung von Frau und Mann (Mädchen und Junge) sollte auch Chancengleichheit bedeuten. Das heißt beide sollten die gleichen Möglichkeiten haben Tipps und Informationen zu erhalten…

Diesen Beitrag kommentieren: