Nach Fahrplanwechsel mehr Busse zu früh

Grafik: blog3000.deEin halbes Jahr sammelt marzl vom Blog3000.de bereits stichprobenartig die Abfahrtszeiten von Bussen in Wuppertal. Sein allmonatlicher ÖPNV-Report, an dem sich seit März 2009 auch wir vom wupperblog beteiligen und fleißig Daten notieren, versprach von Anfang an nichts Gutes (wir berichteten mehrfach). Nach einem totalen „Ausreißer“ im Mai 2009 mit nur 15,2 Prozent pünktlichen Fahrten kehrte nun im Juni die „Normalität“ zurück. Fast…

Denn trotz (oder gerade wegen des) Fahrplanwechsels fuhren im Juni 2009 nur 23,3 Prozent aller in der Statistik erfassten Busse in Wuppertal rechtzeitig von der jeweiligen Bushaltestelle ab. Ganze 56,1 Prozent (ein Rückgang von 12,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat) waren zu spät, was sicherlich auch daran lag, dass die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) über drei Wochen auf den Buslinien 612, 622 und 642 den Vordereinstieg mit automatischer Ticketkontrolle testeten. Schließlich waren diese 56,1 Prozent das zweithöchste Ergebnis bei den verspäteten Abfahrten seit Beginn der Messungen im Januar 2009.

Einen (traurigen) „Rekord“ stellten hingegen die verfrühten Abfahrten auf: Erstmals kletterten sie über die 20-Prozent-Marke. 20,6 Prozent aller stichprobenartig überprüften Busse fuhren – zum Teil sogar um zwei oder drei Minuten – zu früh von der Haltestelle ab. Heraus stechen hier besonders die Linien CE61 und CE62 in Ronsdorf. „Am Stadtbahnhof“, der Starthaltestelle, fahren sie meist eine Minute zu früh ab, um pünktlich an der Haltestelle „Ronsdorf Markt“ zu sein. Aufgrund des Fahrplanwechsels wurde am Stadtbahnhof auch die Abfahrtszeit der Linie 640 um eine Minute nach hinten verlegt, sie fährt größtenteils dort allerdings weiter „nach altem Fahrplan“ ab. Auch die Linien CE64 und CE65 starten am Halt „Cronenberg Rathaus“ gerne mal eine Minute zu früh.

Ansonsten war zu beobachten, dass nach dem Fahrplanwechsel am 14. Juni 2009 größtenteils ein „Chaos“ um die Abfahrtszeiten herrschte. Bisher gut funktionierende Anschlüsse wurden teilweise nicht mehr eingehalten, obwohl sie eigentlich „optimiert“ worden waren. Viele Busse hielten ihren alten Fahrplan ein, an den neuen muss man sich wohl (selbst einen Monat später) noch gewöhnen. Wenn dann mal „menschliches Versagen“ hineinspielte und der Busfahrer einfach vergessen hatte, pünktlich loszufahren, dann war das Chaos wirklich perfekt.

Bleibt abzuwarten, ob der neue WSW-Fahrplan im Juli 2009 besser eingehalten werden kann. Die ersten Zahlen der stichprobenartigen Überprüfungen versprechen keine Besserung. Aber der Monat ist ja noch lang… Den kompletten ÖPNV-Report mit allen Zahlen, Fakten und Informationen sowie einigen „netten“ Anekdoten gibt es natürlich wieder beim Sammel-Chef marzl im Blog3000.de. Einfach hier klicken!

Mit einer Grafik von Marcel Pohlig.

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Kommentare

      Peter Wolzenburg
      01.10.2009, 06.05 Uhr

      Verdammt ärgerlich wenn man nur noch die Rücklichter sieht. ABER ist es so tragisch 5 Min. eher an der Hst. zu sein ??
      Beim Einkauf betrete ich auch nicht das Geschäft kurz vor Ladenschluss.
      Außerdem kann man während der Wartezeit in Ruhe sein Ticket rausholen, denn dann klappt das Einsteigen schneller ( Ab Jan.2010 )

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