Wie schlimm ist Wuppertal wirklich?

Die Wuppertaler und ihre Stadt – eine Hassliebe, vielleicht doch ein bisschen Liebe oder nur blanker Hass? Was trifft am meisten zu? “Wuppertal-Vohwinkel ist toll“, hatte Lars vom MoehBlog mal ironisch getitelt und ein entsprechendes Video mit den vermeintlichen “Schandflecken” seines Stadtteils gedreht. Auch der wupperklickr zeigte in einer Bilderserie eindrucksvoll, wie “potthässlich” Oberbarmen doch sei.

Und nun lässt auch Stefan kein gutes Haar an Wuppertal. Besonders das “Eingangstor” zur Stadt, den Hauptbahnhof am Elberfelder Döppersberg und seinen Fußgängertunnel, hat er fotografisch mal unter die Lupe genommen. Und nicht nur das, im Rahmen des “Projekt 52“-Thema “Deine Stadt” beschreibt er den Weg in Richtung Innenstadt: “Wenn man aus der Unterführung hinaus geht, trifft der Besucher direkt auf einen Umschlagplatz für illegale Substanzen. Der Rest der Fußgängerzone besticht durch den Charme von Fressbuden, Handyläden, 1 Euroshops, und einem für meinen Geschmack viel zu großen Einkaufscenter.” Sein Fazit: “Ich persönlich empfinde Wuppertal als eine dreckige, nicht sehr lohnenswerte Stadt. Darum tue ich mich auch immer etwas schwer mit den euphorischen, bergischen Lokalpatrioten.”

Da ist ganz gewiss viel Wahres dran. Wuppertal ist Provinz. Wuppertal ist grau. Wuppertal ist dreckig. – Wuppertal hat aber auch einige nette Fleckchen, wie auch Stefan zugeben muss. Aber wie sieht es denn in anderen Städten aus? Da sind die Einwohner doch auch nicht mit ihrer Stadt zufrieden. Aber ich wohne halt hier und versuche, das Beste aus der Sache zu machen. Und wenn jeder was tun würde (sei es, darauf zu achten, dass der “Nachbar” die Stadt nicht vollmüllt) oder sich mal für seine Umgebung im Sportverein oder anderen Initiativen engagiert, dann würden auch sicherlich viele kleine Dinge erreicht, die letztlich das Leben in Wuppertal wieder lebenswerter machen. Man muss es sich nicht einreden, wie zum Beispiel in anderen Städten.

Man kann viel reden. Aber wenn nichts getan wird, dann passiert auch nichts. Da muss sich im Notfall jeder Wuppertaler an seine eigene Nase packen. Wuppertal kann gewiss nicht mit großen Städten mithalten, aber im Kleinen können auch wir erfolgreich sein und was leisten. Und während zum Beispiel Köln die Höhner und Bläck Fööss haben, so gibt es bei uns die Striekspöen und Sascha Gutzeit. Das ist doch auch was…

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Kommentare

      Frank
      09.01.2009, 00.07 Uhr

      Ich bekenne mich zur Hassliebe. Nur noch ein Zehntel Autoverkehr, Staßenbahn wieder einführen, A46 wegzaubern und Mut zur Lücke, ich wäre wunschlos glücklich.

      Jaycee
      09.01.2009, 13.53 Uhr

      nun ich liebe unsere stadt.
      es gibt kaum andere städte wo man so schnell in der natur ist wie es hier der fall ist.
      ein grundproblem ist die katastr. verschuldung, dass wtal nicht mehr aus sich machen kann – klar gebe ich auch frank recht wenn er sich die stassenbahn zurückwünscht -aber das ist halt alles ein kausaleffekt des geldmangels und das die db das geld lieber ihren aktionären zukommen lässt als den bahnhöfen rechtfertigt natürlich nicht den zustand des hbf !
      guckt euch mal die guten seiten an – es gibt hier einen skulpturenpark, die oper eröffnet im neuen glanz – der barmer-bahnhof bekommt wieder leben, wir haben den nordpark,die barmer anlagen, den nützenbergpark, toelleturm, scharpenacken,die hardt ….
      es gibt eine menge kneipen und auch gute restaurants usw.
      diese stadt ist schon schön, braucht nur geld und motivation – wir sind eine industriestadt.
      gruß aus dem atomlabor und noch ein videolink von meelman (barmen/loh)
      http://www.youtube.com/watch?v=yMM2qQagVkM

      Marcel
      09.01.2009, 20.57 Uhr

      Wenn man will, dann findet man alles unschön. Ich mag Wuppertal, was vieleicht auch daran liegt, dass ich in Cronenberg lebe und die Stadtteile ineinander ja nicht wirklich verschachtelt sind. Wenn ich an der Talachse, oder im speziellen Elberfeld oder Barmen, leben würde, hätte ich glaube ich auch keine Lust mehr auf Wuppertal…

      Stephan
      09.01.2009, 23.10 Uhr

      “…Der Wupperblog nimmt das Stoeckchen auf und fragt “Wie schlimm ist Wuppertal wirklich?”. Alles nicht so schlimm. Bloss wer nennt “de Hoehner” aus Koelle ein Merkmal der Metropole? Na ja…”

      Marcus Müller
      13.01.2009, 00.03 Uhr

      @Frank
      Die Tallage ist für Wuppertal wahrlich katastrophal. Nicht nur wettertechnisch. ;) Aber immerhin haben wir ein Verkehrsmittel, mit dem man recht zügig vom einen zum anderen Ende der Stadt kommt. Wenn die Schwebebahn dann nur noch auf die Südhöhen fahren würde…

      @Jaycee
      Nur wer soll Wuppertal aus diesem Schuldenberg wieder rausholen? Auf längere Zeit wird dies wohl unmöglich sein, ohne weitere “Kostbarkeiten” der Stadt zu verscherbeln. Aber: Kleinvieh macht auch “Mist”, das meinte ich auch im obigen Beitrag.

      @Marcel
      Das stimmt. In den Stadtteilen auf den Südhöhen sieht es ein bisschen anders aus als unten im Tal. Dort ist es grüner, dort kümmert man sich vielleicht auch ein bisschen mehr um sein Umfeld. Für den, der es kann, Grund genug, dort zu wohnen.

      @Stephan
      Die Höhner werden halt von vielen Leuten neben dem Dom und dem FC als erstes mit Köln assoziiert.

      Roman
      16.01.2009, 12.31 Uhr

      Ich komme mit den miesen Wetter und der miesen Laune der Wuppertaler nicht zurecht.
      Ansonsten ist die Stadt gar nicht so hässlich wie es immer gesagt wird, im Sommer sieht der Hardtpark doch paradiesisch aus, wenn es nicht gerade regnet.

      Frank
      19.01.2009, 20.58 Uhr

      Natürlich hat Wuppertal seine schönen Ecken und die Umgebung ist auch Klasse. Aber…, ich finde die komplette Talachse absolut hässlich und fast alle größeren Straßen sind in Stadtnähe optisch unter aller Sau. Es wird Zeit, dass bald wieder Blätter an den Bäumen sind, dann wirkt alles doch etwas freundlicher.

      Marcus Müller
      20.01.2009, 00.50 Uhr

      Das, was zwischen Adlerbrücke und Alter Markt sowie am Haspel und am Islandufer angefangen wurde, das sollte Wuppertal nutzen. An anderen Städten trifft man sich, um am jeweiligen Fluss spazieren zu gehen. Bei uns muss man auf die Hardt, ins Burgholz oder andere Naherholungsgebiete ausweichen. Warum? An der Wupper entlang zu spazieren, in ein Café am Ufer einzukehren und dann mit der Schwebebahn wieder zurück zu fahren hätte doch auch was…

      Frank
      20.01.2009, 01.07 Uhr

      Sehe ich auch so. Islandufer hätte wirklich Potential gehabt, aber mit dem Treppchen ist das jetzt nur ein Witz.

      Wäre doch echt schön, am Islandufer komplette Uferbegehung und der Parkplatz an der Ohligsmühle wäre ein kleiner See. Das ist nicht nur eine Spinnerrei von mir, sondern wurde mal vor Jahren als Fotomontage in der WZ gedruckt.

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