Jugendliche: Waren wir damals genauso?

Jugendliche sind schon eine Spezies für sich. Klar, wir haben damals auch viel Mist gemacht. Wir waren auch keine Engel. Wir sind auch so manchem Trend hinterher gelaufen. Aber was ist denn mit der Jugend von heute los? Gleich mehrfach war in den vergangenen Tagen zu beobachten, dass die junge Generation irgendwie komische Ansichten hat.

Früher hatten wir noch Respekt vor Größeren. Klar, wir sind auch in den Bus hineingestürmt, um uns einen Sitzplatz zu sichern. Aber erst nachdem alle ausgestiegen waren, die auch aussteigen wollten. Da stellen sich die Erwachsenen brav an der Bushaltestelle neben die Türen des Busses, um die anderen hinausgehen zu lassen, da stürmt die Jugend in der Mitte hinein – ohne Rücksicht auf Verluste. Schultaschen in der Magengegend können auch schmerzhaft sein, aber daran haben die Jünglinge noch nicht gedacht. Und ältere Damen, die sich während der Busfahrt kaum auf den Beinen halten können, muss man ja nicht sitzen lassen. Wieso auch? Ist ja alles gut gegangen, die konnte sich mit Müh und Not eben so zwischen den Sitzreihen festhalten. Und wenn nicht, dann wäre ja Action gewesen: Man wäre zu spät zur Schule gekommen, weil der Bus nicht weiter fahren konnte und auf den Krankenwagen hätte warten müssen. Wie cool!

Und zehnjährige Mädels, die sich lautstark darüber unterhalten, dass sie nur noch Hüfthosen tragen, können auch das Gehör eines Mitfahrenden sehr strapazieren. Noch mehr aber die Ausführungen, was sie mit ihren Hosen so alles erleben. Die rutschen nämlich ganz arg, welch Wunder. Zwar interessieren sich die Mädels noch nicht für Jungs, sitzen im Bus immer fein getrennt, aber wollen natürlich möglichst sexy aussehen, um zu imponieren. Nur wem, wenn nicht Jungs, ist die Frage? Anderen Mädels vielleicht? Den Eltern? Den Lehrern etwa???

Den Vogel abgeschossen haben allerdings drei Halbstarke, vielleicht dreizehn Jahre alt. Denen fiel am Dienstagabend, 09. September 2008, auf einem Remscheider Bahnhof nichts anderes ein, als die Fensterscheiben eines Aufganges zu den Gleisen mit den Füßen zu zertreten. Und damit nicht genug, anschließend musste noch der arme Fahrkarten-Automat daran glauben. Klar, nicht immer steigt man dort durch und erhält nicht die gewünschten Informationen – aber den dann gleich so zu foltern? Aber als ob das nicht genug wäre, fing dann auch ein 16-Jähriger, wohl animiert durch die Taten des Trios, an zu „randalieren“. Im Stile eines Basketball-Profis warf er eine Plastikflasche durch ein beschädigtes Fenster eines Aufganges jenseits der Bahngleise, die dann mit lautem Gepolter die Treppen herab in die Unterführung fiel.

Können sich Jugendliche eigentlich nicht anders beschäftigen?

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Kommentare

      Frank
      12.09.2008, 13.28 Uhr

      Wir waren schlimmer, nein nicht nur schlimmer sondern viel schlimmer. Ich bin in den Sechzigern in der Nordstadt aufgewachsen und die Beschäftigungen reichten von Steinschlachten zwischen den Gangs und Tauben mit Zwille abschießen. Hausfassaden wurden zum Teil ihrer Dachpappe entledigt um diese als Wurfgeschosse zu missbrauchen. Jemand der im Briller Viertel oder so aufwuchs mag ganz anderes erlebt haben. 🙂

      Was ich aber wirklich ätzend finde ist der Markenfetisch schon bei den Kleinen.

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